Rendite Säule 3a: Wie viel ist realistisch?

Wie viel Rendite bringt meine Säule 3a wirklich? Compando zeigt, welche Rendite realistisch ist, wie stark die Gebühren daran zehren und warum sich die Säule 3a auch ohne Rendite lohnt.

Aktualisiert am 03.08.2026
Geschäftskollegen analysieren gemeinsam Börsenmarktdaten

1. Wie hoch ist die Rendite in der Säule 3a?

Zwischen 0.1 und 6 Prozent pro Jahr. Wo Sie in dieser Spanne landen, entscheiden zwei Dinge: der Aktienanteil Ihrer Lösung und die Gebühren Ihres Anbieters.

Lösung

Rendite pro Jahr (nach Gebühren)

Wertschwankung

3a-Konto (0 % Aktien)

0.1–0.6 %

keine

Defensiv (25 % Aktien)

2–3 %

gering

Ausgewogen (45 % Aktien)

3–4 %

spürbar

Ambitioniert (80 % Aktien)

4–6 %

hoch

Beide Spalten steigen zusammen. Ein höherer Aktienanteil erhöht langfristig die Renditechance, aber auch die Schwankung und das Verlustrisiko. Eine Lösung, die das eine ohne das andere liefert, gibt es nicht.

  • 3a-Konto: ein variabler Zins ohne Kursschwankung. Ihr Saldo fällt nie, dafür kann Ihr Anbieter den Satz jederzeit senken. Über Jahrzehnte liegt der Zins unter der Teuerung, Ihr Geld verliert an Kaufkraft.
  • Wertschriften: Ihr Geld geht in Aktien, Obligationen und weitere Anlageklassen. Die Renditechance steigt, dafür sehen Sie in schlechten Jahren einen tieferen Kontostand.

Welchen Aktienanteil Sie wählen, bestimmt Ihre Anlagestrategie. Ob sich Wertschriften für Sie lohnen, entscheidet allerdings Ihr Anlagehorizont und nicht die Renditezahl. Wer das Geld in wenigen Jahren braucht, fährt mit dem Konto trotz tiefem Zins besser.

2. Wie stark schmälern die Gebühren die Rendite?

Ein halbes Prozent mehr Gebühren klingt nach wenig. Wer den Maximalbetrag einzahlt, verliert damit über 30 Jahre rund CHF 32'000.

Der Grund: Die Gebühr wird nicht einmal verrechnet, sondern jedes Jahr. Sie greift dabei auf Ihr ganzes Guthaben zu, auch auf die Rendite der Vorjahre. Je grösser Ihr Vermögen wird, desto grösser wird der Betrag, den der Anbieter davon abzieht.

Bei den Gesamtkosten liegen die Anbieter weit auseinander:

  • Digitale Anbieter: 0.3 bis 0.5 Prozent pro Jahr
  • Klassische Banklösungen: 0.5 bis 0.8 Prozent
  • Versicherungslösungen: bis 1.2 Prozent

Beispielrechnung: Eine 34-jährige Grafikerin aus Aarau zahlt 30 Jahre lang den Maximalbetrag von CHF 7'258 ein. Ihre Fonds erwirtschaften 4.5 Prozent Bruttorendite. Beim günstigen Anbieter bleiben nach 0.5 Prozent Gebühren 4 Prozent netto, beim teuren nach 1 Prozent Gebühren noch 3.5 Prozent.

Gesamtkosten

Nettorendite

Endvermögen nach 30 Jahren

0.5 %

4.0 %

rund CHF 407'000

1.0 %

3.5 %

rund CHF 375'000

Ein halbes Prozent Unterschied kostet sie rund CHF 32'000. Sie zahlt gleich viel ein, trägt gleich viel Risiko und hat am Ende mehr als vier Jahreseinzahlungen weniger auf dem Konto.

Massgebend ist deshalb die Nettorendite nach Gebühren, nicht die Bruttorendite. Am günstigsten sind passive Indexfonds und ETFs, teurer aktiv verwaltete Anlagefonds. Was die einzelnen Anbieter verlangen, steht in ihrem Preisverzeichnis. Bei einer bestehenden Versicherungslösung prüfen Sie zusätzlich die Police: Dort kommen zu den Fondskosten Abschluss- und Risikoprämien hinzu, die sich nicht in einer einzigen Kostenquote abbilden lassen.

Welcher Anbieter kostet Sie am wenigsten Rendite?

Gesamtkosten, Aktienanteil und Mindesteinlage entscheiden über Ihr Endvermögen. Der direkte Vergleich zeigt alle Schweizer 3a-Lösungen nebeneinander.

3. Wie viel Vermögen kann ich mit der Säule 3a aufbauen?

Mit dem Maximalbetrag und 4 Prozent Nettorendite über 30 Jahre: rund CHF 407'000. Fast die Hälfte davon stammt nicht aus Ihrer Einzahlung, sondern aus der Rendite.

Zeitraum

Eingezahlt

Endvermögen

Davon aus Rendite

10 Jahre

CHF 72'580

rund CHF 87'000

rund CHF 15'000

20 Jahre

CHF 145'160

rund CHF 216'000

rund CHF 71'000

30 Jahre

CHF 217'740

rund CHF 407'000

rund CHF 189'000

Der Renditeanteil wächst nicht gleichmässig. Nach zehn Jahren stammen erst knapp 17 Prozent Ihres Guthabens aus der Rendite, nach dreissig Jahren fast die Hälfte. Dieser Zinseszinseffekt braucht vor allem eines: Zeit. Zwanzig Jahre Anlagedauer bringen deshalb nicht das Doppelte von zehn, sondern knapp das Zweieinhalbfache.

Ein früher Start wiegt deshalb schwerer als eine hohe Einzahlung. Je mehr Jahre bis zur Pensionierung bleiben, desto grösser wird der Renditeanteil. Auch wer mit kleinen Beträgen beginnt, profitiert vom selben Effekt, sofern die Einzahlung regelmässig kommt.

Zur Einordnung: Die 4 Prozent in dieser Rechnung sind eine Annahme nach Gebühren, aber vor Teuerung. Was Sie sich in dreissig Jahren tatsächlich leisten können, entscheidet die reale Rendite nach Kaufkraftverlust. Sie liegt spürbar tiefer.

Welches Endvermögen bei Ihrer Einzahlung und Ihrer Anlagedauer entsteht, zeigt der Vermögensrechner.

4. Fazit: Lohnt sich die Säule 3a auch ohne Rendite?

Ja. Auch wenn der Markt nichts liefert, bleibt der Steuerabzug. Jede Einzahlung in die Säule 3a senkt Ihr steuerbares Einkommen, ganz gleich ob das Geld auf dem Konto liegt oder in Wertschriften.

Bei einem Einkommen von CHF 70'000 und dem Maximalbetrag bringt der Steuerabzug CHF 1'000 bis CHF 2'000 pro Jahr. Ihr Wohnkanton entscheidet, wo in dieser Spanne Sie landen. Über 30 Jahre summiert sich das auf CHF 30'000 bis CHF 60'000. Dazu kommt:

  • Das Guthaben bleibt während der Laufzeit von der Einkommens- und Vermögenssteuer befreit
  • Bei der Auszahlung fällt eine Kapitalbezugssteuer an, allerdings getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Sondersatz

Diese Bezugssteuer geht von Ihrer Ersparnis wieder ab. Da sie deutlich unter Ihrem normalen Steuersatz liegt, bleibt unter dem Strich ein klarer Vorteil.

Drei Dinge bewegen Ihr Endvermögen am stärksten: früh starten, tiefe Gebühren wählen und den Steuerabzug jedes Jahr ausschöpfen. Die Gebühren und den Steuerabzug haben Sie vollständig in der Hand. Der frühe Start kostet Sie nichts, wirkt aber erst, wenn der Markt liefert. Ob er liefert, entscheiden weder Sie noch Ihr Anbieter.

Wie viel Steuern sparen Sie mit Ihrer Einzahlung?

Einkommen und Wohnkanton bestimmen Ihre persönliche Ersparnis. Der Steuerrechner zeigt sie für alle Kantone und für jede Einzahlungshöhe.

Häufige Fragen zur Rendite in der Säule 3a

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 05.05.2026

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