Anlagestrategie Säule 3a: Von defensiv bis offensiv

Wie viel Aktien gehören in meine Säule 3a? Compando zeigt, welche Aktienquote von defensiv bis offensiv zu welchem Anlagehorizont passt, wie stark sie das Vorsorgevermögen über 30 Jahre bewegt und wann sich ein Strategiewechsel lohnt.

Aktualisiert am 03.08.2026
Nahaufnahme eines Paares beim Unterzeichnen eines Versicherungsvertrags

1. Was ist eine Anlagestrategie in der Säule 3a?

Eine Anlagestrategie in der Säule 3a beschreibt, wie das Vorsorgegeld auf Anlageklassen wie Aktien, Obligationen und Immobilienfonds verteilt wird. Entscheidend ist dabei der Aktienanteil (auch Aktienquote genannt), denn er bestimmt Rendite und Risiko direkt.

Der Aktienanteil bestimmt, wie sich Chancen und Sicherheit verteilen:

Hoher Aktienanteil: grössere Renditechancen, dafür stärkere Wertschwankungen.

Tiefer Aktienanteil: mehr Stabilität und ein planbarer Wert, dafür geringeres Wachstum.

Langfristig hat Ihre Strategiewahl einen grösseren Einfluss auf das Endvermögen als die Wahl eines einzelnen Anbieters oder Anlageprodukts.

2. Welche Anlagestrategien gibt es in der Säule 3a?

In der Säule 3a haben sich fünf Grundstrategien etabliert, von defensiv bis offensiv. Sie unterscheiden sich durch ihre Aktienquote und die daraus erwartete Jahresrendite: Je höher der Aktienanteil, desto grösser sind Renditechancen und Risiken. In der Wertschriftenlösung führen einzelne 3a-Anbieter heute bis zu 99 Prozent Aktien.

Strategie

Aktienanteil

Rendite p. a.

Defensiv

25 %

2–3 %

Ausgewogen

45 %

3–4 %

Dynamisch

65 %

3.5–5 %

Ambitioniert

80 %

4–6 %

Offensiv

bis 99 %

4.5–6.5 %

Der Aktienanteil bestimmt das spätere Vorsorgevermögen damit stärker als jede andere Entscheidung.

Mögliches Säule 3a Vermögen berechnen

Geben Sie Ihre Einzahlung, den Anlagehorizont und die Aktienquote ein und Sie sehen sofort, welches Vorsorgevermögen bis zur Pensionierung möglich ist. Der Säule-3a-Rechner zeigt Ihr Ergebnis in vier Szenarien.

3. Welche Anlagestrategie soll ich wählen?

Drei Faktoren bestimmen Ihre passende Strategie: Anlagehorizont, Risikoprofil und Lebensphase. Der wichtigste ist der Anlagehorizont: Je länger das Geld investiert bleibt, desto höher darf der Aktienanteil sein, weil sich Kursschwankungen über lange Zeiträume historisch ausgeglichen haben. Über die Jahre verstärkt der Zinseszinseffekt die höhere Aktienrendite zusätzlich.

Anlagehorizont

Passende Strategie

unter 10 Jahre

3a-Konto, sonst defensiv

10 bis 20 Jahre

ausgewogen oder dynamisch

über 20 Jahre

ambitioniert oder offensiv

Beispiel: Wer mit 32 Jahren jährlich den Maximalbetrag von CHF 7'258 einzahlt, hat bis zur Pensionierung mit einer defensiven Strategie und angenommenen 2 Prozent Rendite rund CHF 335'000, mit einer ambitionierten und 4 Prozent rund CHF 480'000. Die Differenz von CHF 145'000 entsteht allein durch den höheren Aktienanteil, nicht durch grössere Einzahlungen.

Mit den eigenen Zahlen rechnen Sie das im Vermögensrechner nach. Wichtiger als die höchste Renditeprognose ist aber, dass Sie die Strategie langfristig durchhalten; die Steuerersparnis bleibt ohnehin bei allen Strategien gleich.

Anbieter vergleichen lohnt sich

Nicht jeder Anbieter führt jede Strategie. Der direkte Vergleich zeigt Ihnen, wer welche Aktienquote anbietet und was sie pro Jahr kostet.

4. Anlagestrategie ändern: Wann ist es sinnvoll?

Ein Strategiewechsel lohnt sich nur, wenn sich Ihre persönliche Situation verändert, nicht als Reaktion auf Marktbewegungen. Wer bei fallenden Kursen die Strategie wechselt, realisiert Verluste und verpasst die anschliessende Erholung. Über lange Anlagehorizonte durchlaufen Aktienportfolios mehrere Korrekturen, die sich historisch wieder ausgeglichen haben.

Sinnvolle Gründe für eine Anpassung sind:

  • die Pensionierung rückt näher und der Anlagehorizont verkürzt sich
  • die Risikobereitschaft hat sich verändert und das Komfortniveau passt nicht mehr
  • ein Bezug für Wohneigentum ist in den nächsten Jahren geplant

Mit zunehmendem Alter wird die Strategie schrittweise defensiver. Diesen automatischen Übergang nennt man Glide Path. Den Aktienanteil selbst passen Sie bei Banken und Vorsorge-Apps jederzeit an; welche Anlageprodukte dabei zur Auswahl stehen, bestimmt der Anbieter. Auch wer mit kleinen Einzahlungen startet, profitiert langfristig von einer einmal gewählten Strategie.

Häufige Fragen zur Anlagestrategie

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 05.05.2026

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