Säule 3a mit wenig Geld investieren: Lohnen sich CHF 50 im Monat?
Wer früh anfängt, muss keine grossen Beiträge einzahlen. Compando zeigt, wo die Einstiegsschwelle wirklich liegt, was CHF 50 oder CHF 100 im Monat über die Jahre ergeben und worauf es bei kleinen Einzahlungen ankommt.
1. Kann ich mit wenig Geld in die Säule 3a investieren?
Ja. Nach unten gibt es keine gesetzliche Grenze, nach oben begrenzt die Säule 3a Ihre Einzahlung auf den Maximalbetrag von CHF 7'258 pro Jahr. Wie tief Sie einsteigen können, entscheidet allein Ihr Anbieter:
- Vorsorge-Apps: keine Mindesteinlage oder Einstieg ab CHF 1.
- Banken: das 3a-Konto ohne Mindesteinlage, bei Wertschriftenlösungen verlangen einzelne Institute eine.
- Versicherungen: eine Mindestprämie pro Monat.
Über Ihr Vorsorgevermögen entscheidet aber nicht nur die Höhe Ihrer Einzahlung, sondern auch die Zeit, die sie zum Arbeiten hat. Diese Zeit können Sie später nicht nachkaufen: Wer mit 35 statt mit 25 beginnt, muss bei gleicher Rendite rund 70 Prozent mehr im Monat einzahlen, um bis zur Pensionierung dasselbe Endvermögen zu erreichen.
CHF 100 im Monat sind gut CHF 3 pro Tag, weniger als ein Kaffee. In einer Wertschriftenlösung wird daraus über 30 Jahre bei angenommenen 4 Prozent Rendite ein Vorsorgevermögen von rund CHF 69'000.
2. Reichen CHF 50 oder CHF 100 im Monat für die Säule 3a?
Ja. Sie bringen sogar mehr, als die Einzahlung vermuten lässt. CHF 50 im Monat ergeben nach 30 Jahren rund CHF 34'700, fast das Doppelte der einbezahlten CHF 18'000. Die Übersicht rechnet mit 4 Prozent Rendite pro Jahr nach Abzug der Gebühren:
Einzahlung pro Monat | 10 Jahre | 20 Jahre | 30 Jahre |
|---|---|---|---|
CHF 50 | rund CHF 7'400 | rund CHF 18'300 | rund CHF 34'700 |
CHF 100 | rund CHF 14'700 | rund CHF 36'700 | rund CHF 69'400 |
CHF 200 | rund CHF 29'500 | rund CHF 73'400 | rund CHF 138'800 |
Das dritte Jahrzehnt bringt mehr als doppelt so viel wie das erste, obwohl Sie gleich viel einzahlen. Dafür sorgt der Zinseszinseffekt: Er arbeitet mit jedem Jahr auf einem grösseren Guthaben.
Ein zweiter Vorteil kommt dazu. Weil Sie jeden Monat denselben Betrag überweisen, kaufen Sie bei tiefen Kursen automatisch mehr Fondsanteile und bei hohen weniger. Dieser Cost-Average-Effekt glättet Ihren Einstiegspreis, besonders in turbulenten Marktphasen. Eine höhere Rendite garantiert er nicht.
Beispielrechnung: Eine 25-jährige Pflegefachfrau aus Luzern zahlt monatlich CHF 50 ein, 40 Jahre lang bis zur Pensionierung. Bei 4 Prozent Rendite kommt sie auf rund CHF 59'000. Eine Kollegin, die erst mit 35 beginnt, müsste dafür CHF 85 im Monat aufbringen. Wie hoch die Rendite am Ende ausfällt, bestimmt Ihre Anlagestrategie.
Welches Vorsorgevermögen aus Ihrer eigenen Einzahlung und Ihrer Anlagedauer entsteht, zeigt der Vermögensrechner.
3. Säule 3a mit kleinen Beträgen: Welche Fehler vermeiden?
Drei Fehler kosten bei kleinen Einzahlungen am meisten:
- Ohne Reserve einzahlen. Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben auf einem frei verfügbaren Konto. Die Säule 3a bleibt bis zur Pensionierung gebunden und steht für Notfälle nicht zur Verfügung.
- Neben Konsumschulden sparen. Die Zinsen auf Kreditkarten und Kleinkrediten liegen über jeder realistischen Rendite. Wer sie stehen lässt und gleichzeitig einzahlt, verliert Geld.
- Die Transaktionsgebühr übersehen. Einzelne Banken verrechnen bei jedem Kauf eine Gebühr, zusätzlich zur Depot- und Fondsgebühr. Viele digitale Vorsorge-Apps verzichten darauf.
Der dritte Fehler ist der leiseste, denn die Gebühr steht im Kleingedruckten. Sie greift bei jeder einzelnen Einzahlung, noch bevor Ihr Geld angelegt ist. Wer monatlich einzahlt, zahlt sie zwölfmal im Jahr. Ob ein Anbieter sie verrechnet, steht in seinem Preisverzeichnis.
Ohne diese drei Fehler lohnt sich der Einstieg bereits ab CHF 50 im Monat, sofern der Anlagehorizont mindestens 10 Jahre beträgt. Am zuverlässigsten läuft das per Dauerauftrag: einmal entscheiden, danach läuft es von selbst.
Anbieter prüfen lohnt sich
Welche 3a-Lösung bei Mindesteinlage und Gebühren zu kleinen Einzahlungen passt, zeigt der direkte Vergleich aller Schweizer Anbieter.
4. Fazit: Lohnt sich die Säule 3a mit wenig Geld?
Ja. Schon CHF 50 im Monat bauen über zehn Jahre und mehr spürbar Vorsorgevermögen auf. Wichtiger als die Höhe Ihrer Einzahlung ist, dass sie jeden Monat kommt.
Dazu kommt ein zweiter Ertrag, der bei kleinen Beträgen leicht untergeht: die Steuerersparnis. Jede Einzahlung senkt Ihr steuerbares Einkommen. Bei CHF 100 monatlich und einem Grenzsteuersatz von 20 Prozent bringt der Steuerabzug rund CHF 240 im Jahr zurück.
Zahlen Sie dieses Geld im Folgejahr ebenfalls ein, statt es auszugeben:
- Aus CHF 1'200 pro Jahr werden CHF 1'440. Ein Fünftel mehr, ohne dass Sie einen Franken zusätzlich aufbringen.
- Die höhere Einzahlung senkt im nächsten Jahr wiederum die Steuern. Der Effekt wiederholt sich Jahr für Jahr.
Je höher Ihr Grenzsteuersatz, desto mehr kommt zurück. Der Zinseszins arbeitet ohnehin unabhängig davon, wie viel Sie verdienen.
Wie viel Steuern sparen Sie mit Ihrer Einzahlung?
Einkommen und Wohnkanton bestimmen Ihre persönliche Ersparnis. Der Steuerrechner zeigt sie für alle Kantone und für jede Einzahlungshöhe.




