Vorsorgelücke berechnen in der Schweiz und mit der Säule 3a schliessen

Nach der Pensionierung den gewohnten Lebensstandard halten: Dazu reichen AHV und Pensionskasse allein oft nicht aus. Compando zeigt, wie Sie Ihre Vorsorgelücke berechnen und mit der Säule 3a schliessen.

Aktualisiert am 03.08.2026
Brüder machen ein Handyfoto, während die Familie den Tisch deckt

1. Vorsorgelücke berechnen in der Schweiz: So geht's

Für die Berechnung stellen Sie rund 80 Prozent Ihres letzten Bruttoeinkommens den erwarteten Renten aus AHV (1. Säule) und Pensionskasse (2. Säule) gegenüber. Was übrig bleibt, ist Ihre Vorsorgelücke. Anhaltspunkte für die erwarteten Renten liefern der Pensionskassen-Ausweis und der AHV-Kontoauszug.

Beispielrechnung: Eine 49-jährige Marketingleiterin aus Winterthur verdient CHF 100'000 pro Jahr. Für den gewohnten Lebensstandard rechnet sie mit 80 Prozent, also CHF 80'000. Aus AHV und Pensionskasse erwartet sie zusammen rund CHF 56'000.

Position

Betrag

Bruttoeinkommen heute

CHF 100'000

Bedarf im Alter (80 %)

CHF 80'000

Erwartete Rente aus AHV und Pensionskasse

CHF 56'000

Jährliche Vorsorgelücke

CHF 24'000

Illustrative Beispielrechnung. Die tatsächliche Rente richtet sich nach Beitragsdauer, Lohnverlauf und Pensionskasse.

Über die gesamte Rentenzeit summiert sich diese Lücke rasch auf mehrere hunderttausend Franken. Je früher Sie die eigene Zahl kennen, desto mehr Spielraum bleibt zum Gegensteuern.

Vorsorgevermögen mit dem Säule-3a-Rechner ermitteln

Wie viel Vorsorgevermögen sich bis zur Pensionierung über die Säule 3a aufbauen lässt, zeigt der Säule-3a-Rechner in wenigen Schritten.

2. Welche Kosten decken AHV und Pensionskasse?

Die erste und die zweite Säule sind darauf ausgelegt, zusammen etwa 50 bis 60 Prozent des letzten Einkommens zu ersetzen. Bei höheren Einkommen liegt der Wert oft am unteren Rand, weil die AHV nach oben begrenzt ist. Für den gewohnten Lebensstandard gelten aber rund 80 Prozent als nötig. Genau diese Differenz bleibt als Lücke.

Wie die drei Säulen ineinandergreifen, erklärt das 3-Säulen-System im Detail. Die AHV sichert den Grundbedarf, die Pensionskasse ergänzt ihn und die private Vorsorge deckt den Rest.

3. Was bedeutet Vorsorgelücke?

Die Vorsorgelücke ist die Differenz zwischen Ihrem Bedarf im Alter und den Renten aus AHV und Pensionskasse. Alles, was diese beiden Säulen nicht decken, müssen Sie privat aufbauen. Bleibt die Differenz ungedeckt, sinkt der Lebensstandard nach der Pensionierung spürbar.

Besonders gross fällt die Lücke in mehreren Situationen aus. Wer über viele Jahre Teilzeit arbeitet, zahlt weniger in die Pensionskasse ein. Erwerbsunterbrüche, Selbständigkeit ohne Pensionskasse oder ein hohes Einkommen mit begrenzter AHV vergrössern die Differenz zusätzlich. Häufig trifft es Frauen durch Mutterschaft und Teilzeit stärker. Auch eine Scheidung oder eine lange Partnerschaft im Konkubinat verändern die Vorsorge langfristig.

Schliessen lässt sich die Lücke am gezieltesten mit der Säule 3a. Regelmässige Einzahlungen bauen über Jahre Kapital auf und helfen gleichzeitig, Steuern zu sparen. Welche Einzahlungs- und Anlageform passt, zeigt der Vorsorgetyp.

Wie stark der Effekt ist, zeigt ein Beispiel: CHF 300 pro Monat ergeben CHF 3'600 pro Jahr. Über 30 Jahre wächst daraus bei durchschnittlich 4 Prozent Rendite ein Vorsorgevermögen von rund CHF 202'000, obwohl nur CHF 108'000 selbst einbezahlt wurden. Den Unterschied macht der Zinseszinseffekt. Mit höheren Beiträgen oder einem längeren Anlagehorizont wächst das Endkapital entsprechend:

Einzahlung pro Jahr

Anlagehorizont

Vorsorgevermögen ca. (4 %)

CHF 3'600

30 Jahre

CHF 202'000

CHF 5'000

25 Jahre

CHF 208'000

CHF 7'258 (Maximalbetrag 2026)

20 Jahre

CHF 216'000

Illustrative Werte, abgestimmt auf die gewählte Anlagestrategie. Renditen schwanken und sind nicht garantiert.

4. Wie viel Geld brauche ich im Alter mindestens?

Als absolute Untergrenze gilt der Betrag, den die Ergänzungsleistungen für den allgemeinen Lebensbedarf ansetzen: 2026 sind das CHF 20'670 für Alleinstehende und CHF 31'005 für Ehepaare pro Jahr. Dazu kommen anerkannte Kosten für Wohnen und Gesundheit.

Die minimale AHV-Altersrente liegt 2026 bei rund CHF 1'260 pro Monat, die Maximalrente bei CHF 2'520 (Alleinstehende). Wer also nur die AHV bezieht, bleibt nah am Existenzminimum. Erst Pensionskasse und private Vorsorge schaffen den nötigen Abstand.

5. Wie viel Geld brauche ich, um den gewohnten Lebensstandard zu halten?

Als Faustregel gelten 80 Prozent des letzten Bruttoeinkommens, um den gewohnten Alltag weiterzuführen. Die fehlenden 20 Prozent ergeben sich daraus, dass nach der Pensionierung berufsbedingte Kosten und die Sparbeiträge für die Vorsorge wegfallen.

Mit steigendem Einkommen wächst die Lücke überproportional, weil AHV und Pensionskasse einen kleineren Anteil abdecken. Die folgenden Werte zeigen die Grössenordnung:

Jahreseinkommen

AHV + Pensionskasse

Jährliche Vorsorgelücke

CHF 80'000

rund CHF 48'000

rund CHF 16'000

CHF 120'000

rund CHF 65'000

rund CHF 31'000

CHF 180'000

rund CHF 90'000

rund CHF 54'000

Richtwerte auf Basis der 80-Prozent-Regel. Die individuelle Lücke richtet sich nach Lohnverlauf und Pensionskasse.

6. Welchen Einfluss hat die Pensionierung auf das Sparverhalten?

Am deutlichsten verändert sich nach der Pensionierung der Sparanteil. Vor der Pensionierung legt ein grosser Teil der Haushalte jedes Jahr einen spürbaren Anteil des Einkommens zurück. Nach dem 65. Lebensjahr sinkt diese Sparquote stark, bei Einzelhaushalten rutscht sie oft in den negativen Bereich. Rentnerinnen und Rentner greifen dann auf Erspartes zurück, statt weiter aufzubauen.

Diese Zahlen erhebt das Bundesamt für Statistik im Rahmen der Haushaltsbudgeterhebung. Für die Vorsorgeplanung heisst das: Der in jüngeren Jahren aufgebaute Puffer entscheidet mit, wie komfortabel der Ruhestand ausfällt.

7. Welche Kosten steigen nach der Pensionierung?

Nicht alle Ausgaben sinken im Alter. Vor allem die Gesundheitskosten nehmen mit den Jahren zu, etwa für Selbstbehalte, Zahnbehandlungen oder Pflege. Gleichzeitig fällt die erhoffte Steuerersparnis kleiner aus als gedacht: Als Rentnerin oder Rentner entfallen die Berufsauslagen als Abzug und auch die Einzahlungen in die Säule 3a sind nicht mehr möglich.

Weil die Einzahlungen in die Säule 3a mit der Pensionierung enden, lohnt sich eine frühzeitige Planung des Bezugs. Ein gestaffelter Bezug über mehrere Jahre senkt die Steuer auf dem Kapital und holt mehr aus dem angesparten Vorsorgevermögen heraus.

Wer die eigene Vorsorgelücke früh kennt, kann sie mit überschaubaren Beiträgen über die Säule 3a schliessen. Entscheidend ist eine Lösung mit tiefen Kosten und einer Anlagestrategie, die zum Anlagehorizont passt.

Passende Säule 3a für Ihre Vorsorgelücke finden

Achten Sie bei der Wahl besonders auf tiefe Kosten und die passende Anlagestrategie. So finden Sie die Lösung, die zu Ihrer Situation passt.

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 16.04.2026

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