Vorsorge-Apps im Vergleich: Gebühren der Säule-3a-Apps wie VIAC und frankly

Vorsorge-Apps wie frankly, finpension und VIAC verwalten die Säule 3a komplett digital und bieten tiefe Kosten. Compando gibt den Überblick über die digitalen Anbieter der privaten Vorsorge und vergleicht sie nach Gebühren, Strategie und Mindestanlage.

Aktualisiert am 03.08.2026
Mann nutzt ein Smartphone, während er an einem Laptop arbeitet

1. Was ist eine Vorsorge-App und wie funktioniert sie?

Eine Vorsorge-App verwaltet die Säule 3a digital, mit hoher Benutzerfreundlichkeit und ohne Papierkram. Bei vielen Anbietern dauert die Kontoeröffnung unter 15 Minuten, Einzahlung und Strategiewahl laufen danach vollständig per Smartphone.

Beim Einstieg führt die App durch einen kurzen Fragebogen, der Risikoprofil und Anlagestrategie bestimmt. Darauf basierend wird eine persönliche Strategie empfohlen, die sich später jederzeit anpassen lässt.

Der wesentliche Unterschied zum klassischen 3a-Sparkonto liegt in der Anlageform: Die App investiert das Guthaben in Wertschriften wie Fonds und ETF, statt es nur zu verzinsen. Die eigentliche Vorsorgefunktion und der Steuervorteil sind bei beiden Wegen identisch.

Gut zu wissen: Der Aktienanteil ist frei wählbar und reicht bei einzelnen Anbietern bis 100 Prozent, das Portfolio wird laufend automatisch neu ausbalanciert. Einzahlungen passen Sie flexibel und ohne Vertragsbindung an; viele Apps erinnern Sie, sobald der Maximalbetrag im laufenden Jahr noch nicht ausgeschöpft ist.

2. Säule-3a-Fonds-Vergleich: Was kostet eine Vorsorge-App?

Bereits ab CHF 0 Mindestanlage ermöglichen mehrere Fintech-Anbieter den Einstieg in die digitale Vorsorge. Auch mit kleinen Beträgen lässt sich starten. Die gesamten jährlichen Kosten aus Pauschalgebühr und Produktkosten reichen von unter 0.20 Prozent bis über 1 Prozent. Einzelne Säule-3a-Anbieter erweitern ihr Angebot über die Säule 3a hinaus, etwa mit Freizügigkeitslösungen für die 2. Säule oder freiem Sparen in der Säule 3b.

Vorsorge-Apps: Kosten im Vergleich

Anbieter

Kosten p.a.

Mindestanlage

Aktienanteil

Besonderheiten

True Wealth 3a

0.14–0.21%

CHF 1

bis 99%

keine Pauschalgebühr, automatisiert

finpension 3a

0.39–0.41%

CHF 0

bis 99%

tiefe Kosten, viele Strategien

Neon 3a

0.39–0.45%

CHF 1

bis 100%

integriert in Neon-Banking

VIAC

0.16–0.44%

CHF 0

bis 99%

flexible Strategien, breite ETFs

Tellco (Eplix)

0.40–0.72%

CHF 100

bis 98%

breites Anlageuniversum

frankly (ZKB)

0.44–0.49%

CHF 1

bis 95%

einfache Bedienung, Swisscanto Fonds

Yuh

0.50%

CHF 10

bis 99%

All-in-Fee, integriert in Banking

Volt (Vontobel)

0.54–0.56%

CHF 500

bis 98%

aktive Strategien

Fluks 3a

0.60%

CHF 2

bis 100%

All-in-Fee, einfacher Einstieg

Selma Finance

0.64–0.90%

CHF 500

bis 97%

geführte Strategie

Descartes

0.64–0.76%

CHF 1

bis 100%

nachhaltige Strategien

Gioia 3a

0.72–0.99%

CHF 1

bis 97.5%

flexible Risikostufen

Kosten p.a. = gesamte jährliche Kosten aus Pauschalgebühr und Produktkosten (TER) laut Anbieter. Zusätzliche Spesen möglich.

Mehrere Apps werben mit nachhaltigen Strategien. Die einen filtern dabei nur einzelne Branchen aus dem Index, die anderen richten das ganze Portfolio danach aus.

Wie werden die Gebühren von Vorsorge-Apps berechnet?

Die laufenden Kosten eines Fonds bemessen sich als Prozentsatz des verwalteten Vermögens. Diese Kennzahl heisst TER (Total Expense Ratio) oder Gesamtkostenquote und macht verschiedene Fonds vergleichbar: Je tiefer die Gebühr, desto höher die Nettorendite. Das Rechenbeispiel geht von einer Einmalanlage von CHF 3'100 bei 6 Prozent Bruttorendite pro Jahr aus und zeigt den Ertrag nach 10 Jahren.

TER

Ertrag nach 10 Jahren

0.5% (günstige App)

CHF 2'195

1.0% (klassische Lösung)

CHF 1'950

Rund CHF 250 Unterschied entstehen allein durch die höheren Gebühren. Weil die Gebühr jedes Jahr auf das gesamte Guthaben anfällt, wächst dieser Abstand mit dem Vermögen mit.

3. Wie sicher ist eine Säule-3a-App?

Das Vorsorgevermögen liegt nicht beim App-Anbieter, sondern in einer rechtlich eigenständigen Vorsorgestiftung unter der BVG- und Stiftungsaufsicht. Damit ist es gesetzlich gleichermassen geschützt wie bei einer Grossbank. Geht der Anbieter in Konkurs, bleibt das Guthaben vollständig erhalten und lässt sich zu einem anderen Anbieter übertragen.

Das eigentliche Risiko liegt also nicht in der App, sondern in der gewählten Anlagestrategie: Ein hoher Aktienanteil bringt stärkere Kursschwankungen, bietet über einen langen Horizont aber höhere Renditechancen. Die Anmeldung erfolgt bei den meisten Apps mit Zwei-Faktor-Authentifizierung.

4. Was ist der Unterschied zwischen 3a-Konto und 3a-Fonds?

Bei einem Säule-3a-Konto sparen Sie Ihr Geld auf einem Bankkonto und erhalten dafür jährlich Zinsen. Diese Zinsen sind aktuell tief. Ein 3a-Konto eignet sich deshalb vor allem für den sicheren Aufbau von Altersvermögen und das Sparen von Steuern.

Ein Säule-3a-Fonds, wie ihn die Vorsorge-Apps anbieten, kann deutlich einträglicher sein. Statt das Geld nur zu verzinsen, investiert der Anbieter einen Teil in Wertschriften wie Aktien, ETF und Obligationen. Das eröffnet über einen längeren Anlagehorizont grössere Renditechancen, bringt aber auch stärkere Kursschwankungen mit sich. Wer die Schwankungen bis zur Pensionierung aussitzen kann, fährt mit einer Fondslösung meist besser.

5. Fazit: Lohnen sich Vorsorge-Apps?

Vorsorge-Apps überzeugen mit einfacher Bedienung, tiefen Gebühren und dem Echtzeit-Einblick ins investierte Kapital. Ein direkter 1:1-Vergleich fällt allerdings schwer, weil sich die Anbieter in Struktur, Strategie und Aktienanteil unterscheiden.

Für einen langen Anlagehorizont und kostenbewusste Sparer ist eine Vorsorge-App meist die günstigere Wahl als das klassische 3a-Konto. Wer eine persönliche Beratung oder einen integrierten Risikoschutz sucht, ist mit einer Bank- oder Versicherungslösung besser aufgehoben. Der praktische Ablauf der Einzahlung folgt bei allen Wegen den gleichen Regeln, bei der App einfach digital.

Compando-Tipp

Achten Sie bei der Wahl besonders auf die Gebühren und die Anlageschwerpunkte. So finden Sie die Lösung, die zu Ihrer finanziellen Situation und Ihrem Anlagehorizont passt.

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 01.05.2026

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