Säule 3a investieren: Konto oder Wertschriften?

Auf dem Säule-3a-Konto verliert Ihr Vorsorgegeld über die Jahre an Kaufkraft. Compando zeigt, ab welchem Anlagehorizont sich Wertschriften lohnen, wie hoch das Risiko tatsächlich ist und für wen das Konto trotzdem die richtige Wahl bleibt.

Aktualisiert am 03.08.2026
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1. Lohnt es sich, die Säule 3a zu investieren?

Für lange Zeiträume ja. Der Grund liegt allerdings nicht dort, wo ihn die meisten vermuten. Ein klassisches Säule-3a-Konto wirft heute 0.1 bis 0.6 Prozent Zins ab. Über Jahrzehnte gerechnet liegt das unter der durchschnittlichen Teuerung. Ihr Guthaben wächst also zwar, doch die Preise steigen schneller. Was Sie in 30 Jahren beziehen, kaufen Sie sich damit weniger als heute.

Eine Wertschriftenlösung legt das Vorsorgegeld stattdessen in Anlagefonds an. Diese werden entweder aktiv verwaltet oder bilden passiv einen Index nach, meist über institutionelle Indexfonds und nicht über börsengehandelte ETF. Sie kaufen dabei keine einzelnen Aktien, sondern Anteile an einem breit gestreuten Fonds aus Aktien und Obligationen, bei manchen Strategien auch aus Immobilien.

Beispielrechnung: Sie zahlen 30 Jahre lang den Maximalbetrag von CHF 7'258 ein.

Lösung

Angenommene Rendite

Vermögen nach 30 Jahren

3a-Konto

0.3 %

rund CHF 227'000

Wertschriften

4 %

rund CHF 407'000

Wertschriften

6 %

rund CHF 574'000

Zwischen dem Konto und den Wertschriften liegen damit rund CHF 180'000 bis 347'000. Sie zahlen in allen drei Fällen gleich viel ein. Den Unterschied macht der Zinseszinseffekt.

Vorsorgevermögen mit eigenen Zahlen berechnen

Geben Sie Beitrag und Anlagedauer ein. Der Vermögensrechner zeigt Ihnen, welches Endvermögen mit einem Konto und mit Wertschriften möglich ist.

2. Konto oder Wertschriften: Was ist besser?

Die erwartete Rendite sagt Ihnen, warum sich Wertschriften lohnen. Ob sie in Ihre Säule 3a gehören, entscheidet Ihr Anlagehorizont. Er bestimmt, ob Sie einen Kursrückgang aussitzen können oder ob Sie im falschen Moment verkaufen müssen.

  • Unter 10 Jahre: Konto
  • 10 bis 15 Jahre: gemischte Lösung prüfen
  • Über 15 Jahre: Wertschriften lohnen sich

Diese Regel gilt allerdings nur, solange das Geld auch wirklich liegen bleibt. Zwei Umstände sprechen deshalb trotz langem Horizont für das Konto:

  • Ein geplanter Bezug. Wer die Säule 3a in den nächsten Jahren für Wohneigentum oder den Schritt in die Selbständigkeit einsetzt, braucht das Geld zu einem festen Termin. Ein Kursrückgang im falschen Jahr kostet dann bares Geld.
  • Ein Sicherheitsbedürfnis, das Sie kennen. Nicht jeder hält einen Rückgang von 20 Prozent aus, ohne zu verkaufen. Wer sich das nicht zutraut, fährt mit dem Konto ruhiger und macht damit nichts falsch.

Trifft beides nicht zu, spricht die lange Laufzeit für Wertschriften. Der Steuerabzug bleibt ohnehin derselbe, denn er richtet sich nach der Einzahlung und nicht nach der Anlageform.

3. Wie hoch ist das Risiko beim Investieren?

Wie stark Ihr Guthaben schwankt, bestimmt die Aktienquote. Bei einer hohen Quote kann der Wert zwischenzeitlich um 20 bis 30 Prozent sinken. Auf solche Rückgänge folgten historisch Erholungsphasen. Garantiert ist das nicht.

Aktienanteil

Risiko

Was das bedeutet

bis 25 %

tief

geringe Schwankungen, Ertrag klar über dem Kontozins

25–50 %

mittel

spürbare Schwankungen, Ertrag steigt mit der Laufzeit

über 50 %

hoch

starke Schwankungen, nur mit langem Horizont sinnvoll

Die Grenze bei 50 Prozent ist dabei nicht willkürlich, sondern steht in Art. 55 BVV 2. Vorsorgestiftungen dürfen sie überschreiten, müssen das aber ausdrücklich begründen. Genau das tun Anbieter, die Aktienquoten bis 95 oder 99 Prozent führen. Solche Lösungen passen nur zu Ihnen, wenn Sie einen grossen Rückgang tatsächlich aushalten. Das Verlustrisiko liegt dann über dem einer herkömmlichen Vorsorgelösung.

Mit längerer Anlagedauer sinkt das Risiko, weil mehr Zeit für Erholungsphasen bleibt. Über einen Anlagehorizont von 15 Jahren und mehr liessen sich zwischenzeitliche Rückschläge historisch wieder aufholen. Den grössten realen Verlust verursacht ohnehin nicht der Markt, sondern der Verkauf im Tief. Deshalb sollte die Aktienquote zu Ihrem Anlagehorizont passen und nicht zu Ihrer Tagesform.

4. Fazit: Für wen sich Wertschriften in der Säule 3a lohnen

Wertschriften lohnen sich für Erwerbstätige, bei denen drei Dinge zusammenkommen: ein Anlagehorizont von 15 Jahren oder mehr, kein geplanter Bezug in dieser Zeit und die Ruhe, einen Rückgang von 20 Prozent auszusitzen. Fehlt eines davon, bleibt das Konto die richtige Wahl.

Trifft alles zu, wiegt der frühe Start schwerer als jede spätere Beitragserhöhung.

Beispielrechnung: Eine 26-jährige Primarlehrerin aus dem Kanton St. Gallen zahlt monatlich CHF 300 in die Säule 3a ein, 39 Jahre lang bis zur Pensionierung. Mit einer Wertschriftenlösung und 4 Prozent Rendite kommt sie auf rund CHF 337'000. Auf einem 3a-Konto zu 0.3 Prozent wären es rund CHF 149'000. Die Differenz von rund CHF 188'000 entsteht allein aus der Anlageform. Dass sie so gross ausfällt, liegt an den 39 Jahren Laufzeit.

Dafür braucht es keine grossen Beiträge. Auch mit kleinen Summen entsteht über die Jahre Vorsorgevermögen. Wer sein Geld nach ökologischen Kriterien anlegen will, findet bei vielen Anbietern nachhaltige Varianten. Entscheidend ist, dass Sie früh anfangen.

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Häufige Fragen zum Investieren in der Säule 3a

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 10.04.2026

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