ETF in der Säule 3a: Was Schweizer Anbieter wirklich bieten

Passive Indexlösungen gehören zu den günstigsten Wegen, die Säule 3a in Wertschriften anzulegen. Compando zeigt, was Schweizer Anbieter unter einem ETF verstehen, was Sie tatsächlich wählen können und wie stark die Gebühren über 30 Jahre wirken.

Aktualisiert am 03.08.2026
ETF-Investmentkonzept mit Holzblöcken und Diagramm

1. Was ist ein ETF in der Säule 3a?

ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds, der einen Index möglichst genau nachbildet. Statt einzelne Aktien auszuwählen, kaufen Sie mit einem Anteil automatisch alle Titel des Index mit. Das senkt das Einzelrisiko und die Kosten.

Wer in der Säule 3a passiv anlegt, investiert allerdings überwiegend nicht in einen börsengehandelten ETF, sondern in einen institutionellen Indexfonds. Viele Anbieter nennen ihre Produkte deshalb «indexiert verwaltet» oder «Vorsorgefonds passiv». Der Unterschied ist kleiner, als er klingt:

  • Was gleich bleibt: Beide bilden denselben Index passiv nach, beide streuen über tausende Titel und beide kosten wenig.
  • Was sich unterscheidet: Der Indexfonds ist nicht an der Börse handelbar. In der gebundenen Vorsorge spielt das keine Rolle, denn Sie halten das Guthaben bis zur Pensionierung und handeln es nicht laufend.

Für Sie zählt deshalb nicht das Etikett, sondern was darunter steckt: ein passiv nachgebildeter Index zu tiefen Kosten. Beide sind Anlagefonds und gehören zu den gängigen Anlageprodukten der Säule 3a.

2. Welche ETFs kann ich in der Säule 3a wählen?

Einzelne ETFs wählen Sie in der Säule 3a nicht frei aus. Wie viel Spielraum Sie haben, richtet sich nach dem Anbietertyp:

  • Banken und Versicherungen: Sie wählen aus vorgegebenen Vorsorgefonds mit unterschiedlichem Aktienanteil, etwa 25, 45 oder 75 Prozent. Die Indizes dahinter sind gesetzt.
  • Vorsorge-Apps: Sie stellen Ihr Portfolio aus einzelnen Index-Bausteinen selbst zusammen und bestimmen deren Gewichtung.

Die Bausteine sind in beiden Fällen dieselben. Üblich sind drei:

  • Weltaktien (MSCI World, MSCI ACWI): rund 1'500 bis 3'000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Der breiteste Baustein.
  • Schweizer Aktien (SPI, SMI): Heimmarkt ohne Währungsrisiko, dafür stark auf wenige Grosskonzerne konzentriert.
  • Obligationen: dämpfen die Schwankungen, bringen dafür weniger Rendite als Aktien.

Dieselben Indizes gibt es auch in nachhaltigen Varianten, die Unternehmen nach ESG-Kriterien filtern. Die Streuung bleibt dabei ähnlich breit, einzelne Branchen fallen weg.

Der MSCI World ist allerdings weniger breit gestreut, als der Name verspricht. Rund 70 Prozent des Index entfallen auf US-Titel, ein grosser Teil davon auf wenige Technologiekonzerne. Wer ausschliesslich darauf setzt, trägt ein Länder- und ein Währungsrisiko. Wie hoch der Aktienanteil am Ende ausfällt, entscheidet ohnehin Ihre Anlagestrategie und nicht die Wahl des einzelnen Index.

3. Was kostet ein ETF in der Säule 3a?

Es zählen nicht nur die ETF-Gebühren, sondern die Gesamtkosten Ihrer 3a-Lösung. Sie bestehen aus bis zu drei Teilen:

  • Fondskosten (TER): die laufenden Kosten des Index-Produkts, 0.2 bis 0.5 Prozent pro Jahr.
  • Depotgebühr des Anbieters: die Verwahrung der Wertschriften. Bei Banklösungen wird sie separat verrechnet, in der Grössenordnung von 0.3 Prozent pro Jahr.
  • Transaktionsgebühr: Manche Banken verrechnen sie bei jedem Kauf und Verkauf. Wer dort monatlich einzahlt, zahlt sie zwölfmal im Jahr. Andere Anbieter verzichten ganz darauf.

Vorsorge-Apps fassen diese Teile zu einer pauschalen Gesamtgebühr zusammen. Bei Banklösungen müssen Sie selbst zusammenzählen. Je länger die Laufzeit, desto stärker schlagen die Kosten durch.

Beispielrechnung: Sie zahlen 30 Jahre lang den Maximalbetrag von CHF 7'258 ein, bei 5 Prozent Rendite vor Kosten. Verglichen werden die Gesamtkosten, nicht nur die Fondsgebühr.

Lösung

Gesamtkosten

Vermögen nach 30 Jahren

ETF- oder Indexlösung

0.4 %

rund CHF 450'000

Aktiver Vorsorgefonds

1.0 %

rund CHF 407'000

Versicherungslösung

1.2 %

rund CHF 394'000

Zwischen der günstigsten und der teuersten Variante liegen rund CHF 56'000. Die Bruttorendite ist in allen drei Fällen dieselbe. Den Unterschied macht allein, was nach den Kosten übrig bleibt.

Wie stark die Kosten in Ihrem Fall wirken, richtet sich nach Einzahlung, Laufzeit und Aktienanteil. Mit dem Vermögensrechner lässt sich das vorab abschätzen. Welche der drei Kostenteile ein Anbieter verrechnet und welche er weglässt, steht in seinem Preisverzeichnis.

Anbieter prüfen lohnt sich

Welche 3a-Lösung bei Kosten, Aktienquote und Mindesteinlage zu Ihnen passt, zeigt der direkte Vergleich aller Schweizer Anbieter.

4. Häufige Fragen zu ETFs in der Säule 3a

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 06.05.2026

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