Anlageprodukte Säule 3a: Konto, Fonds oder ETF

Welches Anlageprodukt der Säule 3a passt zu mir? Compando zeigt, wie viel Aktien in jedem Produkt stecken, was es an Gebühren kostet und ab welchem Anlagehorizont sich welches lohnt.

Aktualisiert am 03.08.2026
Business-Team bespricht eine Strategie mithilfe eines Laptops

1. Welche Anlageprodukte gibt es in der Säule 3a?

Im Kern zwei: das 3a-Konto und Vorsorgefonds. Sie sind allerdings keine Gegensätze, sondern zwei Enden derselben Leiter. Was sie trennt, ist der Aktienanteil, der in der Säule 3a von null bis 95 Prozent reicht.

Produkt

Aktienanteil

Wertschwankung

3a-Konto

0 %

keine

Defensiver Vorsorgefonds

rund 25 %

gering

Ausgewogener Vorsorgefonds

rund 45 %

spürbar

Aktienbetonter Vorsorgefonds

75 bis 95 %

hoch

Das 3a-Konto ist damit die unterste Stufe. Es wird wie ein Sparkonto verzinst. Der Zins ist variabel und kann jederzeit sinken, dafür fällt Ihr Guthaben nie.

Vorsorgefonds investieren in Aktien, Obligationen und weitere Anlageklassen. Anbieter nennen sie auch Wertschriftenlösung. Je höher der Aktienanteil, desto stärker schwankt der Wert und desto grösser wird über lange Zeiträume die Renditechance.

Was die Wahl der Stufe ausmacht, zeigt eine Rechnung.

Beispielrechnung: Ein 30-jähriger Polymechaniker aus Langenthal zahlt monatlich CHF 300 in die Säule 3a ein, 35 Jahre lang bis zur Pensionierung. Eingezahlt hat er am Ende CHF 126'000. Auf dem 3a-Konto zu 0.3 Prozent Zins werden daraus rund CHF 133'000. Im ausgewogenen Vorsorgefonds mit angenommenen 4 Prozent Rendite nach Gebühren rund CHF 265'000, also doppelt so viel.

Dafür sorgt der Zinseszinseffekt: Bei 4 Prozent bringt jeder Franken Ertrag im nächsten Jahr selbst wieder Ertrag. Auf dem Konto ist der Zins zu tief dafür.

Wie viel Vorsorgevermögen mit Ihren Zahlen entsteht, zeigt der Säule-3a-Rechner.

2. Welche Vorsorgefonds gibt es in der Säule 3a?

Aktiv verwaltete und passive. Der Aktienanteil sagt noch nichts über die Verwaltung. Das ist die zweite Entscheidung. Sie bestimmt den Preis:

Verwaltung

Wie sie arbeitet

Kosten pro Jahr

Passiv (Indexfonds, teils ETF)

bildet einen Marktindex nach

0.2–0.5 %

Aktiv

ein Fondsmanagement wählt die Titel aus

0.5–1.0 %

Passive Fonds kopieren einen Markt wie den SPI oder den MSCI World und kosten deshalb wenig. In der Säule 3a arbeiten die Anbieter dabei überwiegend mit institutionellen Indexfonds, seltener mit börsengehandelten ETFs. Für Sie macht das kaum einen Unterschied, weil Sie ohnehin über Jahrzehnte halten und nicht laufend handeln.

Aktive Fonds versuchen, den Markt zu übertreffen. Das kostet mehr und gelingt nicht immer: Die Mehrheit der aktiv verwalteten Anlagefonds schneidet über lange Zeiträume nach Abzug der Gebühren schlechter ab als ihr Vergleichsindex. Was zählt, ist die Rendite, die übrig bleibt. Über dreissig Jahre macht ein halber Prozentpunkt Gebühren einen fünfstelligen Betrag aus.

Beide Verwaltungsarten gibt es für jeden Aktienanteil. Ein ausgewogener Fonds mit 45 Prozent Aktien kann passiv oder aktiv geführt sein, zum doppelten Preis.

Viele dieser Fonds gibt es zusätzlich in nachhaltigen Varianten, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen. Denselben Fondstyp bieten verschiedene 3a-Anbieter zu unterschiedlichen Gebühren an.

3. Fazit: Konto, Fonds oder ETF, was lohnt sich?

Nicht das Produkt entscheidet, sondern Ihr Anlagehorizont. Er bestimmt, wie viel Schwankung Sie sich leisten können. Daraus folgt der Aktienanteil und damit Ihre Anlagestrategie.

Als Faustregel gilt:

  • Unter 10 Jahren oder ohne Toleranz für Schwankungen: 3a-Konto
  • 10 bis 15 Jahre: defensiver Vorsorgefonds mit rund 25 Prozent Aktien
  • Über 15 Jahre: ausgewogener bis aktienbetonter Vorsorgefonds, 45 bis 95 Prozent Aktien

Wie weit Sie auf der Leiter nach oben gehen, ist die eine Frage. Die andere: ob dieser Fonds passiv als Indexfonds oder ETF läuft oder aktiv geführt wird. Sie entscheidet über die Kosten, nicht über das Risiko.

Ob Wertschriften zu Ihnen passen, entscheidet allerdings nicht das Endvermögen auf dem Papier, sondern die Frage, ob Sie einen Rückgang von 20 Prozent aussitzen können, ohne zu verkaufen.

Über Ihr Endvermögen entscheiden damit drei Grössen: die Anlagedauer, der Aktienanteil und die Kosten. Die ersten beiden legen Sie mit der Produktwahl fest. Die dritte mit der Wahl des Anbieters.

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Aktienquote, Gebühren und Mindesteinlage entscheiden über Ihr Endvermögen. Der Vergleich stellt die Produkte aller Schweizer 3a-Anbieter nebeneinander.

Häufige Fragen zu den Anlageprodukten der Säule 3a

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 05.05.2026

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