Säule 3a bei Marktturbulenzen: Ruhe bewahren zahlt sich aus

Bei Marktturbulenzen und Börsencrashs kann Ihr 3a-Depot innert Wochen 30 Prozent an Wert verlieren. Compando zeigt, warum Ruhe meist mehr Vermögen bringt als Panik und wann sich eine Anpassung lohnt.

Aktualisiert am 03.08.2026
Investment und Aktienmarkt

1. Was bedeuten Marktturbulenzen für die Säule 3a?

Kurskorrekturen und Börsencrashs gehören zum Investieren und treten immer wieder auf. Für die Säule 3a heisst das: Nicht die Vorsorge selbst verliert an Wert, sondern die Wertschriften im Depot fallen im Kurs. Wie stark, bestimmt der Aktienanteil. Offensive Lösungen mit 80 bis 99 Prozent Aktien verloren in der Corona-Krise 2020 innert Wochen bis zu 30 Prozent, defensive mit 0 bis 25 Prozent Aktien schwankten nur begrenzt.

Dieser Verlust ist zunächst nur ein Buchverlust: Solange Sie nicht verkaufen oder ins 3a-Konto umschichten, bleibt er auf dem Papier und verschwindet, sobald sich die Kurse wieder erholen.

2. Erholt sich die Säule 3a nach einem Crash wieder?

Börsencrashs wirken im Moment dramatisch, doch rückblickend folgten auf starke Rückgänge bisher längere Erholungsphasen. Der Swiss Performance Index (SPI) erreichte nach jeder grossen Krise wieder neue Höchststände:

Krise

Kursrückgang

Erholung

Dotcom-Blase 2000

rund 45 Prozent

mehrere Jahre

Finanzkrise 2008

rund 50 Prozent

bis 2013

Corona-Crash 2020

rund 30 Prozent

rund 1 Jahr

Über den ganzen Zeitraum stieg der SPI von rund 1'000 Punkten (1987) auf über 14'000 (2023) und schloss in rund 72 Prozent aller Jahre im Plus.

Datenquelle: SIX Swiss Exchange und Finanz und Wirtschaft. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Time in Market schlägt Market-Timing: Welche Endsumme die eigene Strategie erreichen kann, rechnet der Säule-3a-Rechner durch.

3. Soll ich meine Säule 3a bei einem Börsencrash verkaufen?

In den meisten Fällen nicht. Wer verkauft, realisiert den Verlust und verpasst die Erholung, denn die stärksten Börsentage folgen oft unmittelbar auf heftige Kursverluste. Bei langem Anlagehorizont und laufenden Einzahlungen war Halten in vergangenen Krisen fast immer die bessere Wahl; ein Crash von 20 bis 30 Prozent allein rechtfertigte selten eine Umschichtung. Wer die Säule 3a langfristig investiert, profitiert stattdessen von der höheren Rendite und dem Zinseszinseffekt.

Compando-Tipp: Zahlen Sie den Jahresbeitrag gestaffelt über einen Dauerauftrag ein, statt alles auf einmal. Das glättet den Einstandspreis (Cost-Average-Effekt) und nimmt Emotionen aus dem Timing.

Grundsätzlich gilt: je länger der Anlagehorizont, desto höher darf die Aktienquote sein. Eine Anpassung ist vor allem sinnvoll, wenn Ihr Profil nicht mehr passt, etwa kurz vor der Pensionierung, bei geplantem Bezug für Wohneigentum oder bei einer von Anfang an zu hohen Aktienquote.

4. Welche Fehler machen Anleger bei Marktturbulenzen?

Die grössten Vorsorgeschäden entstehen oft nicht durch den Crash selbst, sondern durch die Reaktion darauf. Diese Fehler kommen am häufigsten vor:

  • Im Tief verkaufen oder ins Konto umschichten: macht aus dem Buchverlust einen echten Verlust und tauscht Renditechancen gegen tiefe Zinsen.
  • Auf den «perfekten Wiedereinstieg» warten: den optimalen Zeitpunkt trifft kaum jemand.
  • Zu wenig Diversifikation: einzelne Verluste treffen das Depot härter.
  • Tägliches Kontrollieren des Depots: erhöht nur den emotionalen Druck.

Verluste lösen stärkere Emotionen aus als Gewinne. Anleger verkaufen darum oft dann, wenn die Unsicherheit am grössten ist, also zum ungünstigsten Zeitpunkt.

5. Fazit: Investiert bleiben oder Risiko reduzieren?

Ein Börsencrash ist selten ein Grund zum Verkaufen, aber ein guter Anlass, die eigene Strategie zu prüfen. Die Ausgangslage entscheidet:

Situation

Sinnvolle Reaktion

Langer Horizont, laufende Einzahlungen

investiert bleiben und weiter einzahlen

Bezug in 2 bis 5 Jahren

Aktienquote schrittweise senken

Strategie passt nicht mehr zum Profil

strukturiert anpassen

Verkauf nur aus Angst vor Verlusten

nicht emotional handeln

Wer die eigene Strategie einmal sauber festlegt, muss sie im nächsten Crash nicht neu erfinden. Ob die aktuelle Lösung noch zur eigenen Lage passt, zeigt sich oft gerade in turbulenten Phasen.

Die passende 3a-Lösung finden

Der Vergleich stellt die Anbieter nach Strategie und Kosten nebeneinander und schafft in wenigen Schritten Klarheit.

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 06.05.2026

Artikel teilen: