Ab welchem Alter in die Säule 3a einzahlen?

Wer früh mit der Säule 3a startet, gewinnt Jahre an Zinseszins. Compando rechnet den Vorsprung von Start 25 gegenüber 45 vor, zeigt den Steuervorteil und wie kleine Beträge langfristig wirken.

Aktualisiert am 03.08.2026
Lesedauer: 5 mins
Drei glückliche junge Frauen schauen in einem Café auf einen Laptopbildschirm

1. Ab wann kann ich in die Säule 3a einzahlen?

Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen mit Wohnsitz in der Schweiz. Sobald jemand Einkommen erzielt und AHV-Beiträge bezahlt, sind Einzahlungen in die Säule 3a möglich. Das ist bereits ab 18 Jahren der Fall, zum Beispiel:

  • nach der Lehre
  • beim ersten Vollzeitjob
  • mit einem Teilzeitjob während Studium oder Ausbildung
  • bei selbständiger Erwerbstätigkeit

Viele Schweizer Erwerbstätige starten erst zwischen 30 und 40 mit der Säule 3a, obwohl der Start viel früher möglich wäre.

Lohnt sich ein früher Start?

Ja. Je früher die erste Einzahlung erfolgt, desto länger wirkt der Zinseszins und desto mehr Steuerjahre summieren sich. Wer mit 25 statt mit 45 beginnt, baut bei gleicher Einzahlung deutlich mehr Vorsorgevermögen auf.

2. Wie viel Vermögen baue ich mit einem frühen Start auf?

Drei Personen starten mit unterschiedlichem Alter und zahlen über die Laufzeit insgesamt gleich viel in eine ausgewogene Wertschriftenlösung mit 40 bis 60 Prozent Aktienanteil ein. Die Rechnung nimmt eine Rendite von 3.5 Prozent pro Jahr nach Gebühren an.

Person

Einzahlung pro Jahr

Laufzeit bis 65

Total einbezahlt

Mögliches Endvermögen

Fabienne, 25

CHF 2'400

40 Jahre

CHF 96'000

rund CHF 203'000

Marc, 35

CHF 3'200

30 Jahre

CHF 96'000

rund CHF 165'000

Paula, 45

CHF 4'800

20 Jahre

CHF 96'000

rund CHF 136'000

Alle drei zahlen insgesamt gleich viel ein, nämlich CHF 96'000. Trotzdem hat Fabienne am Ende rund CHF 67'000 mehr Vorsorgevermögen als Paula und CHF 38'000 mehr als Marc. Den Unterschied macht allein die Zeit: Bei Fabienne arbeitet der Zinseszinseffekt zwanzig Jahre länger.

Regelmässige kleine Einzahlungen über viele Jahre bringen damit mehr als späte hohe Beiträge. Mit dem Säule 3a Rechner von Compando berechnen Sie, welches Vorsorgevermögen sich über die Jahre aufbauen lässt.

3. Welche Vorteile hat die Säule 3a in jungen Jahren?

Der Zeitfaktor wirkt in der Säule 3a gleich dreifach: bei den Steuern, beim Vermögensaufbau und beim späteren Eigenheim.

Steuern sparen ab dem ersten Jahr: Jede Einzahlung in die Säule 3a reduziert das steuerbare Einkommen direkt. Diese jährliche Steuerersparnis summiert sich über die Berufsjahre und beginnt mit dem ersten Erwerbsjahr.

Vermögen wächst steuerfrei: Während der Laufzeit fallen in der Säule 3a weder Vermögenssteuer noch Einkommenssteuer auf Erträge an. Mit längerer Anlagedauer wirkt der Zinseszinseffekt stärker, besonders bei einer Wertschriftenlösung mit höherem Aktienanteil.

Wohneigentum früh möglich: Viele junge Erwerbstätige nutzen die Säule 3a später für Wohneigentum. Wer früh startet, hat beim Immobilienkauf bereits Vorsorgevermögen aufgebaut, nutzbar als Eigenkapital oder zur Verpfändung.

Häufigster Denkfehler

«Ich beginne später, wenn ich mehr verdiene.» Viele starten erst mit 40 oder 45, obwohl gerade die ersten zehn bis fünfzehn Jahre langfristig den grössten Unterschied beim Endvermögen ausmachen.

4. Wie viel soll ich als junger Sparer einzahlen?

So viel, wie Ihr Budget dauerhaft trägt. Viele glauben, man müsse sofort den gesamten Maximalbetrag einzahlen. Das stimmt nicht. Es gibt weder eine Mindesteinzahlung noch eine Pflicht, jedes Jahr etwas einzuzahlen. Auch wie viel Sie einzahlen, legen Sie jedes Jahr neu fest.

Schon CHF 50 pro Monat starten den Vermögensaufbau. Mit CHF 100 pro Monat nutzen Sie den Zinseszinseffekt regelmässig. Ab CHF 200 pro Monat entsteht über die Jahre substanzieller Vermögensaufbau. Beim Berufseinstieg ist der Grenzsteuersatz ohnehin tief, der Steuerabzug bringt also noch wenig zurück. Was in diesen Jahren zählt, ist die Laufzeit.

Wichtiger als die perfekte Höhe ist, überhaupt zu beginnen und dranzubleiben. Ein monatlicher Dauerauftrag mit kleinen Beiträgen, die sich bei steigendem Einkommen erhöhen lassen, baut über die Jahre solide Vorsorge auf, ohne finanziellen Druck. Mit mehreren 3a-Konten lässt sich bei der Pensionierung zudem der gestaffelte Bezug nutzen und die Kapitalbezugssteuer senken.

5. Für wen ist die Säule 3a (noch) nicht geeignet?

Die Säule 3a lohnt sich langfristig, aber nicht jede Lebensphase passt zum Start.

Lebensphase

Warum Vorsicht angebracht sein kann

Studierende ohne AHV-Einkommen

kein 3a-Zugang möglich

Erste Berufsjahre ohne Notgroschen

Liquiditätsreserve hat Vorrang

Pensionierung in weniger als 5 Jahren

kurzer Anlagehorizont

Hohe Konsumschulden bei Karrierestart

Schuldenabbau vorrangig

Geplanter Kapitalbedarf in 1–3 Jahren

eingeschränkter Zugriff

Bei finanziellem Druck steht zuerst der Aufbau einer Liquiditätsreserve im Vordergrund. Steueroptimierung bringt wenig, wenn das Geld dringend benötigt wird.

Trotz gebundenem Kapital ist die Säule 3a nicht völlig starr: Vorzeitige Bezüge sind bei Wohneigentum, Selbständigkeit oder Auswanderung möglich. Beim Eigenheim kann die Säule 3a verpfändet werden, ohne das Vorsorgevermögen aufzulösen.

6. Fazit: Ab wann soll ich in die Säule 3a einzahlen?

Für den frühen Start zählen drei Dinge: die Zeit, eine Anlagestrategie mit Wertschriftenanteil und konstante kleine Beiträge. Beim Start mit 25 statt mit 45 entstehen bei identischer Einzahlung rund CHF 67'000 mehr Vorsorgevermögen. Die Zeit ist dabei die einzige der drei Grössen, die Sie später nicht mehr nachholen können.

Säule 3a Anbieter vergleichen

Welcher Anbieter zur eigenen Vorsorge passt, zeigt der direkte Vergleich aller Säule-3a-Lösungen auf einen Blick.

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 08.05.2026

Artikel teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

  • [Wie viel in die Säule 3a einzahlen?](/saeule-3a/wie-