Lohnt sich die Säule 3a? Vor- und Nachteile

Fürs Alter vorsorgen und gleichzeitig Steuern sparen: Das ist die Idee der Säule 3a. Ob sich die Säule 3a wirklich für jeden lohnt und worauf zu achten ist, erklärt Compando.

Aktualisiert am 03.08.2026
Frauen springen auf einem Hügel über Bergen und Wolken

1. Lohnt sich die Säule 3a?

Für die meisten Erwerbstätigen: Ja. Sie bauen Vorsorgevermögen auf und senken zugleich Ihre Steuern. Einzahlungen in die Säule 3a reduzieren das steuerbare Einkommen, gleichzeitig wächst das Guthaben über die Laufzeit steuerbegünstigt weiter. Der Steuervorteil steigt mit dem Einkommen, der Vermögensaufbau funktioniert auf jeder Einkommensstufe.

Viele betrachten nur die eingeschränkte Verfügbarkeit und übersehen die langfristige Gesamtwirkung. Schon kleine Monatsbeträge summieren sich über 20 bis 30 Jahre zu einem grossen Unterschied gegenüber freiem Sparen, verstärkt durch jährliche Steuerersparnis und Zinseszinseffekt.

Säule 3a Vermögen berechnen

Wie hoch Ihr Vorsorgevermögen über die Jahre wächst, zeigt der Rechner nach Einzahlungshöhe und Anlagedauer.

2. Welche Vor- und Nachteile hat die Säule 3a?

Die Vorteile

Die grössten Vorteile sind der langfristige Vermögensaufbau und die jährliche Steuerersparnis. Sie legen regelmässig Geld fürs Alter zurück; der Zinseszinseffekt lässt das Guthaben über die Jahre schneller wachsen und schliesst spätere Vorsorgelücken. Während der Laufzeit fallen weder Vermögens- noch Ertragssteuern an, was die Rendite zusätzlich stützt. Einzahlungen bis zum Maximalbetrag senken ausserdem jedes Jahr das steuerbare Einkommen.

Die Nachteile

Dem stehen zwei Einschränkungen gegenüber; wie stark sie wiegen, ist von Person zu Person verschieden. Das Kapital ist bis rund fünf Jahre vor der Pensionierung gebunden, für Wohneigentum, Selbständigkeit oder Auswanderung aber vorzeitig beziehbar; bei Wohneigentum können Sie das Guthaben verpfänden, statt es zu beziehen. Es bleibt dann investiert und weiter steuerbegünstigt; die Kapitalbezugssteuer fällt erst beim späteren Bezug an, dann zu einem reduzierten Satz getrennt vom übrigen Einkommen.

Bei ausreichender Reserve und langem Anlagehorizont überwiegt der jährliche Steuervorteil die geringere Flexibilität meist deutlich. Wer den Maximalbetrag bereits ausschöpft, investiert zusätzlich frei oder kombiniert mit der Säule 3b.

3. Säule 3a oder Sparkonto: Was ist besser?

Ob Sparkonto oder Säule 3a besser ist, richtet sich nach dem Ziel: kurzfristig verfügbares Geld oder langfristiger Vermögensaufbau mit Steuervorteil.

Merkmal

Säule 3a

Freies Sparkonto

Steuerabzug bei Einzahlung

ja

nein

Steuern auf Vermögen/Erträge

während der Laufzeit keine

jährlich

Verfügbarkeit des Geldes

eingeschränkt

jederzeit

Renditechancen langfristig

höher mit Wertschriften

tief (nur Zins)

Besteuerung beim Bezug

Kapitalbezugssteuer

keine separate Bezugssteuer

Für kurzfristig verfügbares Geld wie Notgroschen, Reserven oder grössere Ausgaben in den nächsten Jahren bleibt das Sparkonto die bessere Wahl. Für die Altersvorsorge über viele Jahre ist die Säule 3a wegen des Steuerabzugs und der laufenden Steuerbefreiung häufig attraktiver als ein Sparkonto. Oft lohnt sich beides nebeneinander: die Reserve auf dem Sparkonto, der Aufbau in der Säule 3a. Die passende Einzahlungshöhe ergibt sich daraus, wie viel Sie langfristig binden können, ohne knapp zu werden.

4. Ab welchem Einkommen lohnt sich die Säule 3a?

Eine feste Einkommensgrenze gibt es nicht. Auch kleine Einzahlungen bauen Vorsorgevermögen auf, denn jeder einbezahlte Franken wächst steuerbegünstigt weiter. Wie gross die zusätzliche Steuerersparnis ausfällt, bestimmen steuerbares Einkommen, Wohnort und Grenzsteuersatz.

Die folgende Übersicht zeigt, wie viel bei unterschiedlichen Einzahlungen über 30 Jahre entsteht.

Annahme: Anlagehorizont 30 Jahre, Wertschriften-Rendite 4 Prozent, Grenzsteuersatz 25 bis 30 Prozent (steigend mit dem Einkommen).

Einzahlung pro Monat

Endvermögen nach 30 Jahren

Steuerersparnis kumuliert

CHF 100

rund CHF 69'000

rund CHF 9'000

CHF 200

rund CHF 139'000

rund CHF 18'000

CHF 400

rund CHF 278'000

rund CHF 36'000

CHF 605 (Maximalbetrag)

rund CHF 420'000

rund CHF 65'000

Die Steuerersparnis ist ein Modellwert vor der späteren Kapitalbezugssteuer und variiert nach Wohnort und Zivilstand. Wie hoch sie bei Ihrem Einkommen und Wohnkanton ausfällt, zeigt der Steuerrechner.

5. Fazit: Wann lohnt sich die Säule 3a am meisten?

Über die Jahre zahlt sich die Säule 3a für die grosse Mehrheit aus. Wie stark der Effekt ausfällt, entscheiden vor allem drei Faktoren. Über einen längeren Anlagehorizont entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung. Eine Wertschriftenlösung ermöglicht langfristig höhere Renditen als eine reine Kontolösung. Schliesslich wächst mit steigendem Einkommen und höherem Grenzsteuersatz die jährliche Steuerersparnis.

Besonders stark wirkt die Säule 3a bei langem Anlagehorizont, regelmässigen Einzahlungen und höherem Grenzsteuersatz. Wer Kursschwankungen tragen kann, erhöht mit einer kostengünstigen Wertschriftenlösung zusätzlich die Renditechancen.

Säule 3a Anbieter vergleichen

Welcher Anbieter zu Ihrem Profil passt, zeigt der Vergleich nach Kosten, Anlagestrategie und Mindesteinzahlung. Schon kleine Kostenunterschiede wirken sich über die Jahrzehnte spürbar auf das Endvermögen aus.

Häufige Fragen zur Säule 3a

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 08.05.2026

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