Säule 3a für Expats: Berechtigung, Steuern und Wegzug
Neu als Expat in der Schweiz und unsicher, ob sich die Säule 3a für Sie lohnt? Compando zeigt, wer mit B- oder C-Bewilligung berechtigt ist, wie viel Steuern die Einzahlung spart und was beim Wegzug aus der Schweiz mit dem Guthaben geschieht.
1. Darf ich als Expat in die Säule 3a einzahlen?
Ja, wenn Sie ein AHV-pflichtiges Einkommen in der Schweiz haben. Nicht die Nationalität oder die Bewilligung entscheidet, sondern das Erwerbseinkommen. Die Säule 3a steht damit allen Erwerbstätigen offen, ob mit B- oder C-Bewilligung, EU/EFTA-Status oder aus einem Drittstaat. Wer ausschliesslich von Vermögen oder ausländischen Einkünften lebt, erfüllt die Voraussetzung nicht.
Wie Sie den Steuerabzug geltend machen, unterscheidet sich nach Aufenthaltsstatus:
- C-Bewilligung: Der Abzug läuft direkt über die ordentliche Steuererklärung, wie bei Schweizer Erwerbstätigen.
- B-Bewilligung: Sie zahlen Quellensteuer und machen den Abzug über eine nachträgliche ordentliche Veranlagung geltend.
- Grenzgänger: Einzahlen ist möglich, die steuerliche Wirkung richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen und den Vorschriften des Wohnsitzstaats.
Nach oben gilt für alle derselbe Maximalbetrag von CHF 7'258 pro Jahr für Angestellte mit Pensionskasse, bis CHF 36'288 für Selbständige ohne Pensionskasse.
Mögliches Säule 3a Vermögen berechnen
Geben Sie Beitrag und Laufzeit ein. Der Säule-3a-Rechner zeigt, welches Vorsorgevermögen bis zur Pensionierung möglich ist.
2. Wie viel Steuern kann ich als Expat mit der Säule 3a sparen?
Jede Einzahlung senkt Ihr steuerbares Einkommen und damit Ihre Steuern. Wer Quellensteuer zahlt, bekommt den 3a-Abzug allerdings nicht automatisch. Ab einem Bruttoeinkommen von CHF 120'000 wird er über die reguläre Steuererklärung berücksichtigt, darunter machen ihn quellenbesteuerte Expats mit einem separaten Antrag geltend.
Beispielrechnung: Ein 35-jähriger Software-Engineer aus Lausanne mit CHF 130'000 Einkommen und B-Bewilligung spart durch die maximale 3a-Einzahlung rund CHF 2'900 Steuern pro Jahr. In fünf Jahren spart er so über CHF 14'000 Steuern.
Gerade bei einem befristeten Aufenthalt macht sich der Steuervorteil früh bemerkbar: Jedes Beitragsjahr senkt die Steuer sofort, unabhängig davon, wie lange Sie in der Schweiz bleiben. Wie viel bei Ihrem Einkommen und Wohnkanton zusammenkommt, rechnet der Steuerrechner aus.
3. Was passiert mit der Säule 3a, wenn ich die Schweiz verlasse?
Ihr 3a-Guthaben bleibt Ihnen erhalten und verfällt beim Wegzug nicht. Verlassen Sie die Schweiz endgültig, lassen Sie es bar auszahlen oder führen es bis zur Pensionierung weiter. Anders als beim obligatorischen Teil der Pensionskasse gibt es beim Bezug keine Einschränkung nach Zielland:
Zielland beim Wegzug | Bezug der Säule 3a |
|---|---|
EU/EFTA | Barbezug möglich, ohne Einschränkung |
Drittstaat | Barbezug möglich, ohne Einschränkung |
Pensionierung im Ausland | reguläre Auszahlung |
Wohnen Sie beim Bezug bereits im Ausland, zieht die Vorsorgestiftung die Quellensteuer nach dem Tarif ihres Sitzkantons ab. Ob Ihr Wohnsitzstaat sie anrechnet, richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen. Welcher der beiden Wege günstiger ist, entscheiden das Zielland und der Zeitpunkt Ihrer Auswanderung aus der Schweiz.
Wer die Schweiz verlässt und kein Erwerbseinkommen mehr erzielt, kann keine neuen Beiträge einzahlen. Die bereits erzielte Steuerersparnis aus den Erwerbsjahren bleibt jedoch bestehen.
4. Fazit: Lohnt sich die Säule 3a für Expats?
Die Säule 3a lohnt sich, sobald Sie in der Schweiz Steuern zahlen. Bereits die erste Einzahlung senkt Ihre Steuer, ganz gleich, wie lange Sie bleiben. Wie stark der Effekt über die Zeit wird, hängt von zwei Grössen ab:
- Dauer Ihres Aufenthalts: Je länger Sie bleiben, desto mehr Beitragsjahre kommen zusammen und desto länger wächst das Vermögen.
- Höhe Ihres Einkommens: Je höher Ihr Einkommen, desto grösser Ihre jährliche Steuerersparnis.
So verbindet die Säule 3a den Steuervorteil mit dem Vermögensaufbau. Wer das Vorsorgegeld in einer Wertschriftenlösung anlegt, nutzt zusätzlich den Zinseszinseffekt und steigert so das Endvermögen über die Jahre.
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