Franchise bei der Krankenkasse: Welche Franchise lohnt sich?

Tiefe oder hohe Franchise: Welche Variante lohnt sich für Sie? Compando vergleicht die Stufen, zeigt Ihr Sparpotenzial und worauf es bei der Wahl der Franchise ankommt.

Aktualisiert am 03.08.2026
Gute Gesundheitsversorgung ist teuer – Aufnahme aus hoher Perspektive eine Sparschweins

1. Was ist die Franchise in der Schweiz und wie funktioniert sie?

Die Franchise ist der Teil der Gesundheitskosten, den Sie in der obligatorischen Grundversicherung selbst tragen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Zusammen mit dem Selbstbehalt bildet sie Ihre gesetzliche Kostenbeteiligung. Die Stufe legen Sie einmal jährlich fest. Eine hohe Franchise reduziert Ihre Prämie und erhöht das finanzielle Risiko.

Die Jahresfranchise beträgt zwischen CHF 300 und CHF 2'500 für Erwachsene. Bei Kindern liegt die Franchise zwischen CHF 0 und CHF 600. Sobald Ihre Franchise ausgeschöpft ist, übernimmt die Krankenkasse die Kosten, abzüglich 10 % Selbstbehalt (maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene, CHF 350 für Kinder).

Franchise-Stufen sind gesetzlich identisch

Franchise-Stufen und Leistungskatalog sind im Schweizer Krankenkassensystem gesetzlich (KVG) festgelegt und bei allen Krankenkassen identisch. Die Franchise beeinflusst nur die Kostenverteilung. Der Leistungsumfang der Grundversicherung bleibt gleich.

Ihre Eigenbeteiligung an den Gesundheitskosten besteht aus drei Teilen: Franchise (frei wählbar), Selbstbehalt (10 % über der Franchise, maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene) und Spitalbeitrag (CHF 15 pro Tag bei stationären Aufenthalten, ohne Kinder und Mutterschaft).

Franchise und Selbstbehalt: Was ist der Unterschied?

Die Franchise ist der Betrag, den Sie bei anfallenden Gesundheitskosten eigenständig zahlen. Der Selbstbehalt greift erst, wenn Ihre Franchise ausgeschöpft ist: Sie beteiligen sich zu 10 % an weiteren Kosten, bis zu maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder.

2. Welche Franchisen gibt es in der Schweiz?

Die Franchise-Stufen sind in der Krankenversicherungsverordnung (KVV) festgelegt: sechs Stufen für Erwachsene, sieben für Kinder. Eine höhere Franchise senkt Ihre Monatsprämie. Wie viel Sie pro Jahr maximal sparen, ist gesetzlich begrenzt und bei allen Krankenkassen gleich.

Wahlfranchisen für Erwachsene (ab 19 Jahre)

Franchise

Max. Prämienersparnis pro Jahr

CHF 300 (Mindestfranchise)

Referenzwert

CHF 500

bis CHF 140

CHF 1'000

bis CHF 490

CHF 1'500

bis CHF 840

CHF 2'000

bis CHF 1'190

CHF 2'500 (Höchstfranchise)

bis CHF 1'540

Wahlfranchisen für Kinder (bis 18 Jahre)

Franchise

Max. Prämienersparnis pro Jahr

CHF 0 (Mindestfranchise)

Referenzwert

CHF 100

bis CHF 70

CHF 200

bis CHF 140

CHF 300

bis CHF 210

CHF 400

bis CHF 280

CHF 500

bis CHF 350

CHF 600 (Höchstfranchise)

bis CHF 420

Wie Sie die Tabellen lesen: Wechseln Sie als Erwachsener von der Mindestfranchise CHF 300 auf CHF 2'500, sparen Sie maximal CHF 1'540 pro Jahr an Prämien. Den tatsächlichen Rabatt setzt jede Krankenkasse selbst fest, er darf den gesetzlichen Maximalwert nicht überschreiten. Nicht alle Anbieter führen alle Stufen.

Üblich in der Praxis: Für Kinder ist Franchise CHF 0 Standard, weil regelmässige Arztbesuche und Vorsorge anfallen. Bei Familien mit Kindern ist diese Wahl die Norm. Erwachsene entscheiden sich meist für die Extremwerte CHF 300 oder CHF 2'500, da die mittleren Stufen weniger Prämie sparen, als das zusätzliche Risiko kostet.

Sie wählen Ihre Franchise unabhängig von anderen Familienmitgliedern. Häufig kombinieren Eltern CHF 2'500 für sich selbst mit CHF 0 für die Kinder.

3. Welche Franchise lohnt sich in der Schweiz?

Welche Franchise sich für Sie rechnet, hängt von Ihren Gesundheitskosten, Risikobereitschaft und finanziellen Rücklagen ab. Drei typische Profile in der Praxis:

Drei Profile und die passende Franchise

Beispiel: Eine 30-jährige Einzelperson aus Zürich spart mit Franchise CHF 2'500 rund CHF 1'540 Prämie pro Jahr und trägt bei Krankheit maximal CHF 3'200 Eigenkosten (Maximalfranchise CHF 2'500 + maximaler Selbstbehalt CHF 700). Pensionierte mit chronischen Therapien zahlen mit der Tieffranchise CHF 300 weniger, da die jährlichen Gesundheitskosten meist über dem Breakeven liegen. Familien kombinieren häufig CHF 2'500 für Erwachsene mit CHF 0 für Kinder, da bei Kindern regelmässige Arztbesuche anfallen. Für Familien mit Kindern gelten zusätzliche Rabatt-Mechanismen.

Situation

Empfohlene Franchise

Gesund unter CHF 2'000 pro Jahr Kosten

CHF 2'500

Chronische Krankheit oder Therapien

CHF 300

Über 55 Kosten über CHF 2'500 pro Jahr

CHF 300

Schwangerschaft oder OP geplant

CHF 300 (ab 1.1.)

Keine Rücklagen für CHF 3'200 Risiko

CHF 300

Kinder bis 18 Jahre

CHF 0

CHF 300 vs. CHF 2'500: Das Rechenbeispiel

Kostenbilanz bei Gesundheitskosten von CHF 3'000 pro Jahr:

Kostenaufstellung

Franchise CHF 300

Franchise CHF 2'500

Eigenanteil (Franchise)

CHF 300

CHF 2'500

Eigenanteil (10 % Selbstbehalt)

CHF 270

CHF 50

Total Eigenkosten

CHF 570

CHF 2'550

Prämien-Unterschied pro Jahr

/ (Referenz)

+CHF 1'440

Jahresbilanz

CHF 570

CHF 1'110

Breakeven-Analyse: Der Prämien-Unterschied beträgt CHF 1'440 pro Jahr. Zusammen mit dem Selbstbehalt liegt Ihr Breakeven bei rund CHF 2'000 Gesundheitskosten pro Jahr. Unter diesem Schwellenwert reduziert die Hochfranchise Ihre Gesamtkosten, darüber lohnt sich die Tieffranchise.

Compando-Tipp: Prüfen Sie Ihre Gesundheitskosten der letzten zwei Jahre. Diese sind der beste Indikator für die kommende Bilanz. Liegen Sie regelmässig unter CHF 2'000 pro Jahr, zahlen Sie mit CHF 2'500 weniger. Ihr maximales Eigenrisiko bei CHF 2'500: CHF 3'200 (Franchise + Selbstbehalt).

Warum mittlere Franchise-Stufen selten lohnen

Franchise-Stufen zwischen Minimum und Maximum geben einen zu kleinen Rabatt für das höhere Risiko. Bei CHF 1'000 steigt Ihr Risiko spürbar, der Rabatt jedoch kaum. Die Stufen CHF 500 bis CHF 2'000 schneiden meist schlechter ab als CHF 300 und CHF 2'500.

Neben der Franchise wirkt Ihre Modellwahl wie Hausarzt, Telmed oder HMO als zweite grosse Sparmöglichkeit auf die Prämie. Der Tarif-Unterschied zwischen Standard mit Franchise CHF 300 und HMO mit Franchise CHF 2'500 liegt zwischen den Gemeinden bei rund CHF 2'500 bis 3'000 pro Jahr.

Prämien nach Franchise vergleichen

Compando zeigt die Prämienunterschiede zwischen CHF 300 und CHF 2'500 für alle Schweizer Krankenkassen nach Gemeinde und Modell.

4. Wann kann ich die Franchise wechseln?

Für Franchise-Änderungen gelten feste Fristen, gültig per 1. Januar des Folgejahres. Entscheidend ist das Eingangsdatum bei Ihrer Krankenkasse, der Poststempel zählt nicht. Ohne Mitteilung an die Krankenkasse verlängert sich Ihre bisherige Franchise-Stufe automatisch ins nächste Jahr.

Franchise senken: bis 30. November

Sie können auf den Beginn eines Kalenderjahres zu einer tieferen Franchise wechseln. Die Mitteilung über die gewünschte tiefere Franchise muss bei Ihrer Krankenkasse bis zum letzten Arbeitstag im November eintreffen. Senden Sie die Mitteilung am besten Mitte November per Einschreiben für sichere Zustellung.

Franchise erhöhen: bis 31. Dezember

Auch eine höhere Franchise können Sie auf den Beginn eines Kalenderjahres wählen. Die Mitteilung über die gewünschte höhere Franchise muss bis zum letzten Arbeitstag im Dezember bei der Krankenkasse eintreffen. Senden Sie die Mitteilung am besten Mitte Dezember per Einschreiben.

Fristen rechtzeitig nutzen

Die Fristen sind gemäss Art. 94 KVV verbindlich. Bei rechtzeitigem Versand gilt Ihre neue Franchise-Stufe ab 1. Januar des Folgejahres. Bei verpasster Frist gilt Ihre bisherige Stufe für ein weiteres Jahr.

Franchise wechseln unter dem Jahr

Die Franchise können Sie unter dem Jahr nicht anpassen. Unter zwei Voraussetzungen dürfen Sie Ihre Grundversicherung jedoch per Ende Juni kündigen und dabei die Franchise per 1. Juli wechseln:

  • Versicherung mit Standardmodell (freie Arztwahl) und
  • tiefste Franchise (CHF 300 für Erwachsene, CHF 0 für Kinder).

Die Mitteilung an die Krankenkasse muss bis zum letzten Arbeitstag im März eintreffen (Stichtag 31. März).

Wichtig: Beim Wechsel der Krankenkasse unter dem Jahr werden Ihre bereits bezahlte Franchise und der Selbstbehalt gemäss Art. 95a KVV auf die neue Krankenkasse angerechnet. Wechseln Sie zum 1. Juli und haben Sie im ersten Halbjahr bereits CHF 300 Franchise und CHF 350 Selbstbehalt bezahlt, müssen Sie diese Beträge bei der neuen Krankenkasse nicht erneut zahlen.

Beim systematischen Prämien sparen erreichen Sie mit der jährlichen Kombination aus Franchise-Anpassung, Modellwahl und Kassenwechsel für eine durchschnittliche Familie bis zu CHF 3'000 Sparpotenzial pro Jahr.

Die passende Franchise finden

Die Prämienunterschiede zwischen tiefster und höchster Franchise liegen pro Krankenkasse und Kanton bei mehreren hundert Franken pro Jahr. Compando vergleicht alle Schweizer Krankenkassen für Ihren Wohnort und Ihr Alter. Ein Vergleich lohnt sich.

5. Franchise bei der Krankenkasse in der Schweiz: Häufige Fragen

Dieser Artikel wurde erstmals veröffentlicht am 12.02.2026

Artikel teilen: